Handlungsstrategie für künftigen Umgang mit Starkregenereignissen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

am 18. September wurde unsere Stadt von einem Starkregenereignis getroffen, das vor allem im Süden zu zahlreichen Feuerwehr-Einsätzen wegen überfluteter Keller und Unterführungen führte.

Dabei war im zurückliegenden Sommer Ingolstadt beileibe nicht der einzige betroffene Ort in Bayern, ab Anfang Juni wurde in den Medien immer wieder von ähnlichen Ereignissen berichtet, so beispielsweise ebenfalls im September vom Ort Polling im Landkreis Weilheim-Schongau, wo laut einer Aussage des Deutschen Wetterdienstes innerhalb von 10 Minuten 20 Liter an Niederschlag niedergegangen sein sollen, was zumindest kurzzeitig auf eine noch deutlich höhere Regenintensität als bei uns schließen lässt.

Klimaforscher unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel haben nun belastbare Anhaltspunkte dafür gefunden, dass steigende Wassertemperaturen des Mittelmeeres in direktem Zusammenhang mit der zunehmenden Intensität von Starkregenereignissen bei uns stehen. Da Klimaprojektionen für die Zukunft darauf hindeuten, dass die Oberflächentemperaturen des Mittelmeeres weiter steigen werden, steht die Gefahr noch intensiverer Starkregenfälle verbunden mit der Gefahr noch größerer Schäden im Raum. Der höchste in Deutschland bislang gemessene Wert für Niederschläge in einer Stunde liegt laut Wikipedia übrigens bei kaum noch vorstellbaren 240 Litern, also einem Mehrfachen der Niederschlagsmenge bei uns.
Herr Oberbürgermeister, die ÖDP-Stadtratsfraktion findet, dass ein weiterer, nachhaltiger Umgang mit dieser Thematik von hoher Bedeutung ist. Wir bitten daher um Erstellung einer Handlungsstrategie für den künftigen Umgang mit häufigeren und stärkeren Starkregenereignissen, die vor allem die Vorsorge im Bereich der städtischen Infrastruktur beinhaltet, und die dann auch nicht nur im INKB-Verwaltungsrat, sondern auch im Stadtrat vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden sollte.

In diesem Zusammenhang bitten wir auch um eine Aussage, inwieweit vom Deutschen Wetterdienst angebotene Regionalgutachten mit „maximierten Gebietsniederschlagshöhen (MGN)“ für unsere Region und vor allem für Zukunftsplanungen in unserer Stadt hilfreich sein könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Franz Hofmaier                            gez. Simone Vosswinkel      gez. Thomas Thöne
Fraktionsvorsitzender + Initiator   ÖDP-Stadträtin                   ÖDP-Stadtrat


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