Mobilfunk & 5G

Seit über 20 Jahren leben wir nun mit dem Mobilfunk. Und weiter bleiben Fragen nach der Verträglichkeit des Mobilfunks offen. Zwar ist die Schädlichkeit nicht bewiesen, aber das Gegenteil auch nicht.

Jeder Mensch empfindet Strahlenbelastung ein wenig anders, die meisten spüren davon unmittelbar nichts, doch knapp zwei Prozent der Bevölkerung bezeichnet sich laut Bundesamt für Strahlenschutz als „elektrosensibel“. Hier fehlt die Anerkennung von Elektrohypersensibiltät (EHS) als Krankheit, damit Betroffene die notwendige Unterstützung bekommen. 

Ebenso fehlt das Recht auf Funkfreiheit, besonders in Grundschulen und KITAs, wo digitale Bildung nur eingeschränkt sinnvoll ist.

Nun kommt zu den bestehenden Mobilfunknetzen 5G hinzu - mit weiteren Frequenzen und einer hohen Dichte an Funkstationen vor allem im städtischen Bereich. Die Sendeanlagen werden zwar mit weniger Leistung auskommen als die heutigen, sind dafür aber deutlich näher am Menschen.

Für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) besteht durch Mobilfunk nach derzeitigem Kenntnisstand und bei den aktuellen Frequenzen zwar noch kein gesundheitliches Risiko. Bei sehr intensiver Handynutzung seien die Ergebnisse aber unklar und auch beim Thema Langzeitwirkungen bestünden Unsicherheiten.

Perspektivisch soll 5G auch in höheren Frequenzbereichen genutzt werden, für die weniger Untersuchungsergebnisse vorliegen. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht hier noch Forschungsbedarf in Bezug auf die gesundheitlichen Auswirkungen, vor allem im Bereich Haut und Augen, da die höherfrequenteren Strahlen nicht so weit in den Körper eindringen.

Aus unserer Sicht ist die Verpflichtung zu nationalem Roaming sinnvoll. Durch ein einziges gemeinsames Mobilfunknetz könnten sogar ein Großteil der vorhandenen Sendeanlagen abgebaut werden und wir hätten trotzdem ein besseres Netz als heute. Dadurch kann die Gesamtbelastung durch Funkstrahlung wesentlich verringern. Und es bestünde sogar sehr wohl eine technische Möglichkeit, die Strahlenbelastung noch weiter massiv abzusenken, indem man eine Trennung von Außen- und Innenraumversorgung vornimmt.

Auch wenn Ingolstadt als Testfeld für 5G beschlossen ist, sehen wir es mehr als notwendig, wenn sich die Stadt auch für die Erforschung alternativer Netzwerktechniken einsetzt. Es gibt z.B. einen Ansatz mit Lichttechnik (VLC), die bereits in einigen Bereichen erfolgreich eingesetzt wird. Dazu hatten wir im Stadtrat schon einen entsprechenden Prüfantrag gestellt. Natürlich gilt auch für solche Alternativtechniken, dass sie zunächst auf Herz und Nieren geprüft werden muss, bevor sie auf Mensch und Natur losgelassen wird.

Widerstand gegen Ingolstadt als Testfeld für 5G ist aber noch möglich und muss gezeigt werden. Aus diesem Grund haben wir zusammen mit der BGI eine Online-Petition gestartet und würden uns über Ihre Unterstützung freuen. Die Petition finden Sie hier: www.openpetition.de/!kjylp

Zusammenfassung:

  • Für die neuen Frequenzen von 5G sieht auch das Bundesamt für Strahlenschutz noch Forschungsbedarf in Bezug auf die gesundheitlichen Auswirkungen. Die Darstellung, dass 5G ungefährlich ist, darf damit nicht von der Stadt verbreitet werden.
  • Eine Dauerbestrahlung muss besonders für Kinder und Hypersensible verhindert werden.
  • Alternative Netzwerktechniken müssen im Rahmen des Testfelds erforscht werden.
Die ÖDP Ingolstadt verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen