Verkehr und Mobilität

Durch die räumliche Zerteilung unserer Lebensbereiche (Wohnung, Arbeit, Kita/Schule, Einkauf...) geht vieles in Ingolstadt nur noch schwerlich ohne Autos. Die Mehrheit im Rathaus versucht damit zurecht zu kommen, indem sie unsere Stadt dem Verkehr anpasst.

"Wir ziehen uns mehr oder weniger freiwillig in abgedichtete Häuser mit Lärmschutzfenstern zurück, um den Außenraum dem Krach, dem Staub und den Abgasen der Autos zu überlassen." (Hermann Knoflacher in einem ZEIT-Interview 2007)

Mit 40% wurde in einer Forsa-Umfrage im Oktober 2013 die zu hohe Verkehrsdichte als größtes Problem Ingolstadts genannt.

Verkehrsplanung muss in Zukunft verstärkt die klima- und umweltfreundlichen Verkehrsmittel Fahrrad-, Fußverkehr und ÖPNV in den Mittelpunkt stellen. Der Bedarf für motorisierten Individualverkehr (MIV) soll durch geeignete Maßnahmen reduziert werden. Dadurch werden die Verkehrssicherheit und die Lebensqualität in unserer Stadt deutlich verbessert.

Eine Maßnahme stellt die Verkehrsberuhigung dar. Sie sollte mit baulichen Veränderungen unterstützt werden. Insbesondere ist öffentlicher Raum in der Stadt wieder verstärkt als Aufenthalts- und Kommunikationsraum für Menschen zu gestalten. Das Prinzip des „Shared Space“ ist zu entwickeln. Ergänzend hierzu sollten die Empfehlungen zur Straßenraumgestaltung innerhalb bebauter Gebiete (ESG 2011) kommuniziert werden.

Maßnahmen der Verkehrsberuhigung

  • Zusammenführen von Wohnen, Arbeit + Einkauf (Piazzakonzept)
  • Entschleunigung des Verkehrs

    • konsequent Tempo 30 auf Wohnstraßen
    • Ausweitung von Spielstraßen

  • Rückbau überdimensionierter Verkehrsflächen
  • zeitgemäße Gestaltung des Verkehrsraums zugunsten von Fuß- und Radverkehr
  • Verzicht auf Straßenneu-, und -ausbau
  • Keine weiteren Großparkplätze und Tiefgaragen
  • verkehrsberuhigte Altstadt

Verkehrsverlagerung auf Umweltverbund (Fuß, Rad, Bus, Bahn)

  • Verkehrsentwicklungsplan und Stadtplanung auf Nachhaltigkeit auslegen
  • Attraktivität des ÖPNV steigern (Takt, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Abstimmung Bahn, Ausbau Anbindung Audi und Klinikum)
  • Busse stärken - 150-Euro-JahresTicket und 1-Euro-Tagesticket für den Stadtbereich
  • Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit um ein neues Mobilitätsbewusstsein zu Gunsten der klima- und umweltfreundlichen Verkehrsmittel zu schaffen
  • Fahrradstadt wahr werden lassen (Ausbau der Vorrangrouten beschleunigen)
  • Ingolstädter Stadtbahn auf bestehenden Gleisen

Stadtbahn

Der von uns seit Jahren geforderte Bahnhalt Ingolstadt Audi ist endich umgesetzt und wird sich nun bewähren müssen. Für uns ist dieser Bahnhalt allerdings nur ein Mosaikstein, wir möchten mit zusätzlichen Haltepunkten in Zuchering-Weiherfeld sowie in Unsernherrn den Verkehr von den Straßen holen. Auch muss das bisherige Schienennetz erweitert werden. Wichtig ist der Ausbau der Eisenbahnbrücke um eine höhere Taktung anbieten zu können, ebenso sind neue Trassen zur Anbindung von Friedrichshofen und Klinikum zu prüfen.  Die Stadtbahn würde neben einer Aufwertung des Audi-Bahnhaltes durch weitere Haltepunkte auch die Zuwächse im Individualverkehr abfangen.

Eine Seilbahn im Bereich des Baggersees ist als Möglichkeit der Ringschließung im Westen zu prüfen.

Fahrrad

Wir räumen bei der Verkehrsplanung dem klima- und umweltfreundlichen Verkehrsmittel Fahrrad Vorrang ein - so wird Ingolstadt zukünftig zur „echten“ Fahrradstadt.

Radfahren kann zu einer attraktiven Mobilitätsform im Alltag werden, wenn Radwege und Radrouten komfortabel und großzügig ausgebaut sind. Der Radfahrende sollte Kurzstrecken schneller und bequemer zurücklegen können als mit dem Auto.

Durch eine flächenhafte Verkehrsberuhigung kann die Grundlage für ein gesamtstädtisches Radwegenetz geschaffen werden. Dazu sollen vermehrt Tempo-30-Zonen und -straßen ausgewiesen werden und längerfristig Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit gelten.

Konkrete Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs:

  • Schaffung echter Vorrangrouten
  • Vermehrte Einrichtung von Fahrradstraßen
  • Fahrradverkehr in Gegenrichtung auf Einbahnstraßen ermöglichen
  • Vermeidung von gemeinsamen Geh- und Radwegen
  • Verbesserungen an bestehenden Radwegen (Oberflächenbeschaffenheit, Verbreiterung, Sichtbeziehungen, Geradlinigkeit)
  • Ausbau von Fahrradabstellanlagen (sichere, hochwertige und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten für unterschiedliche Radtypen, wie E-Bikes und Lastenräder), dabei sollen Ausbildungs- und Arbeitsplätze, Einzelhandel, Freizeiteinrichtungen und Bushaltestellen nicht vergessen werden
  • Fahrradstation am Hauptbahnhof
  • Weiterentwicklung der Stellplatzsatzung (mehr Stellplätze, Nähe zum Eingang, überdacht, beleuchtet, Ansperrmöglichkeit, Lastenräder berücksichtigen)
  • Verbesserung der Fuß- und Radverkehrsführung an Baustellen
  • Verbesserungen im Winterdienst
  • Bei Ampelschaltungen Bedürfnisse der Radfahrer berücksichtigen, eigene Ampeln
  • Verankerung der Belange des Rad- und Fußverkehrs bei städtischen Planungen
  • In Neubaugebieten ist ein Mobilitätskonzept für Fußgänger und Radfahrer gleich mitzudenken
  • Bessere Anbindung der Gewerbegebiete, Freizeitgebiete, großen Arbeitgeber
  • Bessere Anbindung der Nachbargemeinden
  • Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit, Schaffung eines Mobilitätsbewusstseins, Radverkehrsevents
  • Ausbau des Bahn- und Busverkehrs mit Fahrradmitnahme
  • Deutliche Erhöhung des Radverkehrsbudgets
  • Richtlinien und Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA, Rast) müssen konsequent angewendet und umgesetzt werden.
  • Regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen und daraufhin deren Optimierung
  • Zusätzliche Stellen für die Planung und Genehmigung von Radverkehrsprojekten, verkehrsrechtlichen Prüfungen und Anordnungen, sowie baulichen Maßnahmen
  • Für Gäste der Stadt Ingolstadt könnte ein Rad-Sharing-Angebot eine attraktive, nachhaltige Mobilitätsform bieten

Schnell und günstig mit dem ÖPNV

Nur 7 % der Ingolstädter nehmen den öffentlichen Personennahverkehr in Anspruch. Im Vergleich in Regensburg sind es 14%, in Nürnberg 22% und in München 23%.

Wir möchten dies ändern und ihn kundenfreundlicher, effizienter und nachhaltiger gestalten. Unsere Vorschläge:

  • 150-Euro-JahresTicket und 1-Euro-Tagesticket für den Stadtbereich jetzt
  • Sonntage mit kostenlosem ÖPNV
  • ÖPNV gratis bis spätestens 2030
  • Spinnennetzsystem mit Tangenten und Ringlinien
  • Weniger Busverkehr durch die Innenstadt
  • Langfristig Ersatz des ZOBs durch dezentrale Knoten (Nordbahnhof, Hauptbahnhof, Klinikum)
  • Anpassung der Linienführung an den Verlauf der jeweiligen Verkehrsbeziehungen
  • Verdichtung der Taktung im Stadtgebiet auf allen Linien auf mindestens 15 Minuten
  • Bequeme Umsteigevorgänge ohne Zeitverlust - immer in 30 Minuten durch die Stadt
  • Reduzierung unwirtschaftlicher Doppelbedienung von Haltestellen durch mehrere Linien
  • Jeder Haushalt soll in höchstens fünf Minuten eine Haltestelle erreichen
  • Errichtung von Park-and-Ride-Stellflächen an den Stadtgrenzen
  • Umweltfreundliche Modernisierung der Busflotte
  • Ingolstädter Stadtbahn auf bestehenden Gleisen mit sinnvoller Streckenerweiterung
  • Ruf-Busse oder Anruf-Sammel-Taxen zur Ergänzung des ÖPNV
  • Busspuren ausbauen

Es ist unser Ziel, mit diesen Maßnahmen und den vorhandenen personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver und umweltverträglicher zu gestalten. Er wird damit zu einer echten Alternative zum motorisierten Individualverkehr und zu einem wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz in unserer Stadt.

150-Euro-Jahresticket

Die Nutzung der Busse darf nicht am Preis oder einem komplizierten Tarifsystem scheitern. Deshalb fordern wird die Vereinfachung des Tarifsystems. Es soll für das Stadtgebiet nur noch zwei Tarife geben: ein 1-Euro-Tagesticket (Kinder bis 6 frei) und ein 150-Euro-Jahresticket.

weitere Punkte zu Mobilität

  • Schüler- und Studenten-Ticket im Verkehrsverbund
  • Mit dem Rad zur Schule oder zu Fuß zur Schule anstelle Kiss & Ride
  • Barrierefreiheit
  • Ampel Priorisierung für Fußgänger und Radfahrer
  • Qualität der Radwege
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