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Impuls für "Netzwerk Ingolstadt 21"

Mit diesem Antrag wollen die ödp-Stadträte unsere Energieversorgungssicherheit hinterfragen und einen Prozess voranbringen, mit dem Ingolstadts Energie verstärkt aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

 

hiermit stellen wir folgenden Antrag:

 

 

1. Im Rahmen des "Netzwerkes Ingolstadt 21" wird für 2008 / 2009 der thematische Schwerpunkt von "Klimawandel" auf "Klimawandel / Energieversorgungssicherheit" erweitert.

2. Die Stadt Ingolstadt und die Stadtwerke Ingolstadt laden gemeinsam die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) in Ottobrunn zu einer groß angelegten Informationsveranstaltung über die globale Verfügbarkeit aller fossilen Energiequellen nach Ingolstadt ein.

 

 

Hintergrund:

 

Der Anstieg des Ölpreises an den Weltmärkten auf über 120 Dollar je Barrel wirft seine Schatten auch nach Ingolstadt, siehe ganz aktuell die zum 1. Juli 2008 bevorstehende Erhöhung der Gaspreise durch die Stadtwerke.

 

Als Ursachen für die enormen Anstiege der Energiepreise werden in den Medien immer wieder – und sicherlich auch berechtigt – Spekulationen an den Rohstoffmärkten genannt, sowie beim Gas die Preisbindung an die Ölmärkte und die Frage nach der Transparenz bei der Preisbildung.

 

Zu kurz kommt bei diesen Fragen jedoch immer wieder der letztlich entscheidende Punkt, nämlich die beginnende physische Verknappung fossiler Brennstoffe und folglich ein Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage an den Märkten, vor allem bei Öl.

 

 

 

Begründung unseres Antrages:

 

Zu 1.:

 

Klimawandel und Versorgung bzw. Nutzung von Energie sind zwei eng verwandte Themenkreise: Eine Reduzierung klimaschädlicher Gase erfordert von uns einen entsprechenden Umgang mit Energie.

 

- 2 -

 

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Zu 2.:

 

Anfang April 2008 hat die Internationale Energie-Agentur (IEA) in Paris einen drastischen Paradigmenwechsel eingeleitet: "Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt", forderte IEA-Chefökonom Fatih Birol, und, es sei an der Zeit, die Alarmglocken zu läuten, "und wir läuten sie sehr laut. Bis 2015 fehlen pro Tag rund 15 Prozent des Weltölbedarfes. Wir sollten darauf gefasst sein, in den nächsten Jahren äußerst enge, turbulente Ölmärkte zu sehen, mit möglicherweise eskalierenden Preisen".

 

Mit diesen Tönen gibt Birol letztlich zu, über viele Jahre mit seinem jährlichen "World Energy Outlook" kräftig daneben gelegen zu haben, und bestätigt damit die deutlich kritischeren Einschätzungen der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) in Ottobrunn, die seit 1982 Industrie, Politik (mit Studien für die kommunale Ebene über Land und Bund bis hin zur EU) und Nicht-Regierungsorganisationen bei Fragen nachhaltiger Energieerzeugung und Energienutzung und bei der Erstellung von Strategien im Energie- und Verkehrsbereich (Schwerpunkt Verfügbarkeit von Energieressourcen) unterstützt.

 

Die bislang recht unterschiedlichen Einschätzungen von IEA und LBST beruhten dabei in wesentlichen Teilen auf differierenden Sichten zweier Wissenschaftler-Gruppen zu diesem Thema, den Geologen und den Wirtschaftswissenschaftlern. Während erstere schon längst zur Vorsicht mahnten, war sich die zweite Gruppe noch absolut sicher, nur mehr Geld zur Lösung des Problems bereitstellen zu müssen. Kenneth Boulding lässt grüßen: "Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder Wirtschaftswissenschaftler".

 

Kernaussagen der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST):

 

· Der Peak der weltweiten Ölförderung ist bereits erreicht.

· Die weltweiten Ölreserven sind vermutlich um 25 % zu hoch angesetzt.

· Bis 2030 wird sich die jährliche Ölproduktion etwa halbieren

(während der Weltenergiebedarf laut Studien großer Ölgesellschaften und der EU um 50% steigen soll).

 

Damit steht die Welt vor tiefgreifenden Umbrüchen, deren Auswirkungen sich insbesondere im Mobilitätsbereich und im Automobilbau zeigen werden. Energiekosten spielen aber auch aus sozialer wie ökologischer Sicht eine gewichtige Rolle für einen jeden Bürger, für einen jeden Unternehmer unserer Stadt, und auch für die Stadt Ingolstadt selbst.

 

Die Brisanz dieses Themas muss hinein in alle Köpfe! Dazu sind die bestmöglichen Referenten gerade gut genug – und die sitzen in Ottobrunn. Und dazu gehört dann das bestmögliche Publikum: Wir sind der Meinung, dass aufgrund der Bedeutung ein Rahmen wie bei einem städtischen Neujahrsempfang angemessen ist, Veranstaltung dabei aber natürlich offen für weitere interessierte Mitbürger.

 

Mit Sitzung vom 19.10.2006 hat der Stadtrat der Stadt Ingolstadt beschlossen, "ehestmöglich" Ingolstadts Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Die Veranstaltung soll nun dazu beitragen, diesen Prozess verstärkt in Gang zu bringen, um dann in weiteren Schritten Lösungsansätze auf kommunaler Ebene folgen zu lassen.

 

Mit freundlichen Grüßen