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Ingolstadt ist erfolgreich. Die Zahlen sind beeindruckend. Aber Ingolstadt ist mehr: Nicht nur der Automobilstandort, die Autostadt, die Boomtown. Es ist eine altbayerische Stadt im Auwald der Donau, es ist eine Stadt mit einem reichen historischen Erbe, mit einer Geschichte, die nicht nur die
glanzvollen Zeiten von Herzogtum, Landesuniversität und Landesfestung kennt, sondern auch Phasen des Niedergangs, der Stagnation und der provinziellen Engstirnigkeit.

Ingolstadt hat in den letzten Jahren eine Phase des rasanten Wachstums erlebt. Die Gründe dafür sind einfach erklärt: Ein beispielloser Erfolg des hiesigen Automobilproduzenten, die günstige Lage in der Metropolregion München und nicht zuletzt eine städtische Politik, die mit vollem Risiko die
Interessen der Wirtschaft zu ihren eigenen gemacht hat, mit der tiefen Überzeugung, genau das Richtige zu tun.

Das Ergebnis ist bekannt. Aber der Preis dafür ist hoch: Die Stadt hat an Einwohnern, an Wirtschaftskraft und an Vielfalt gewonnen, aber an Identität verloren. Spitzenplätze in Rankings ersetzen kein Heimatgefühl! Ein straff geführter Bürgerkonzern ist kein Garant für die Zufriedenheit der Bürger. Hohe Gewerbesteuereinnahmen machen den Verlust von vertrauten
Stadtbildern und die Belastung durch den Straßenverkehr nicht wett.
Und wer allen Ernstes glaubt, unsere Region brauche angesichts verstopfter Straßen, eines überhitzten Immobilienmarktes und des sich verschärfenden Fachkräftemangels unbedingt weiteres Wachstum, für den ist Wachstum nurmehr ein Selbstzweck, die Flucht nach vorne, alternativlos, verzweifelt optimistisch.

Der Entwicklungspfad der letzten Jahrzehnte war hier in Ingolstadt kein nachhaltiger. Denn Nachhaltigkeit besteht sicherlich nicht darin, uraltes wertvolles Ackerland für Lagerhallen zu betonieren und die Dächer mit gigantischen subventionierten Photovoltaikanlagen zu pflastern. Die
komplexen globalen Probleme gestatten es uns leider nicht, einfach so weiterzumachen. Nicht in einer Welt von mehr als 7 Mrd. Menschen und ihren berechtigten Ansprüchen auf ein menschenwürdiges Leben. Bei schwindenden Rohstoffvorräten und fortschreitendem Klimawandel ist weitere Expansion für uns in den ausgewachsenen Industrieländern keine Option. Das ist eine
Tatsache, die wir nur zu gerne verdrängen. An der Spitze zu sein, ist dann kein Vorteil, wenn der Weg in die Sackgasse führt. Ein stupides „weiter so“ auf dem Weg des ungebremsten Wachstums lähmt die Kreativität und verstellt den Blick auf Alternativen.

Es geht auch anders!

Ingolstadt ist mehr!